Asche zu Erde…

Die Asche eines Menschen

Die Asche eines Menschen ist nicht mehr Körper sondern Staub. Der Wandlungsprozess, den die menschliche Hülle bei einer Erdbestattung in neun bis zehn Jahren durchläuft, geschieht bei der Feuerbestattung in kürzester Zeit: Der Körper wird zu Erde und kann so in den Zyklus von Vergänglichkeit und gleichzeitigem Neuanfang zurückkehren.

Der Mensch, der sich vor seinem Tod bewusst für die Feuerbestattung entscheidet, entscheidet sich also dafür, seine Körperlichkeit auch im physischen Sinne mit dem Ende seines Lebens aufzugeben.

Deshalb liegt es nahe, die Asche dem Erdreich zu übergeben, damit er auch die Möglichkeit erhält, wieder Teil des Kreislaufs zu werden.
Die Asche in ein hermetisch abgeschlossenes Behältnis zu füllen und einer anonymen Urnenwand zu übergeben, entspricht somit nicht dem Gedanken, einer Verbrennung: der Loslösung des Körpers von allen irdischen Bindungen und auch der Entbindung von aller Körperlichkeit nach dem Tod.

Vielmehr soll Asche, auch im Selbstverständnis christlicher Bestattungskultur, der Erde übergeben werden. Erde, aus der neues Leben entsteht und so als Teil des Kreislaufs von Vergehen und Werden ewigen Bestand hat.